Institut für Pharmakologie

Das Institut betreibt translationale Forschung zu Entzündungen und Krebs, von den grundlegenden Mechanismen bis hin zur patientenorientierten Forschung. Es setzt sich ausserdem für die Ausbildung von Studierenden der Pharmakologie ein, um sie zu kompetenten und verantwortungsbewussten Fachkräften im Gesundheitswesen zu machen.

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Direktorin

Prof. Carole Bourquin

Profil

  • Am Institut für Pharmakologie verstehen wir Gesundheit und Krankheit als dynamische biologische Zustände, die aus komplexen molekularen und zellulären Wechselwirkungen entstehen und durch pharmakologische Interventionen beeinflusst werden können. Unsere Aktivitäten schlagen eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und translationaler Wissenschaft mit dem Ziel, therapeutische Strategien für ein breites Spektrum von Erkrankungen voranzubringen.
  • Mitarbeitende des Instituts leisten einen wesentlichen Beitrag zur Lehre in den Studiengängen Medizin, Pharmazie, Biomedizinische Wissenschaften und verwandten Disziplinen an der Universität Bern.
  • Das Institut für Pharmakologie ist eng in die Doktorats- und postgraduale Ausbildung an der Universität Bern eingebunden und beteiligt sich an strukturierten PhD-Programmen sowie weiterführenden akademischen Kursen.
  • Die Forschung am Institut ist in mehrere Arbeitsgruppen gegliedert, die sich mit zentralen Themen wie Krebspharmakologie, Immunologie, Entzündung, und metabolischen Erkrankungen befassen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf methodischer Innovation und der Entwicklung neuer pharmakologischer Ansätze.

Externe Partner

Die Institute für Biochemie, Experimentelle Immunologie und Molecular Cancer Research der Universität Zürich, Schweiz; Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, ETH Zürich, Schweiz; Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Westschweiz, Universität Genf, Schweiz; Lehrstuhl für Pharmakologie, Universität Freiburg, Schweiz; Fachbereich Chemie und Abteilung für Klinische Pharmakologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland; Abteilung Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie, Institut für Pharmazie, Universität Tübingen, Deutschland; Pharmazentrum Frankfurt/ZAFES, Universitätsspital und Goethe Universität, Frankfurt/Main, Deutschland; Department of Medicine, University of Toronto, Toronto, Kanada; Deaconess Medical Center, Harvard Medical School, Boston, MA, USA; Swiss EoE Research Group, Olten, Schweiz; Centre de Recherche CIMI, Sorbonne Université, Paris, Frankreich; École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), Schweiz; Swiss Institute of Experimental Cancer Research (ISREC), Lausanne, Schweiz; Department of Neuroscience, Biomedicine and Movement, Universität Verona, Verona, Italien; Department of Medical Sciences, Laboratory for Technologies of Advanced Therapies (LTTA), Universität Ferrara, Ferrara, Italien; Universität Graz, Österreich

Grants

  • Schweizerischer Nationalfonds (Grants Nr. 320030_219451 / 1; 310030_219605; 310030-201199; 310030-212418/1; REQUIP 221602);
  • HORIZON EIC-Förderungen (EU-Projekte)
  • Krebsliga KFS-5936-08-2023-R; KFS-515-08-2020; KFS-6545-08-2025
  • Novartis Stiftung FreeNovation
  • Bürgi-Fonds
  • Novartis Stiftung für medizinisch-biologische Forschung
  • EoE Foundation
  • Chinesischer Stipendienrat

Highlights 2025

Einfluss der Adipositas auf die Wirksamkeit der Krebsimmuntherapie

Obwohl Adipositas ein bedeutender Risikofaktor für viele Krebserkrankungen ist, deuten neuere Studien darauf hin, dass sie die Wirksamkeit der Krebsimmuntherapie verbessern kann. Unter Verwendung von In-vivo-Modellen und klinischen Daten zeigt diese Studie, dass adipositasbedingte Östrogene eine Schlüsselrolle beim Ansprechen auf eine Anti-PD-1-Therapie bei adipösen Männern mit Melanom spielen, indem sie die Aktivität dendritischer Zellen steigern. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Östrogene bei Männern mit Melanom als prädiktiver Faktor für das Ansprechen auf eine Immuntherapie dienen könnten.

Dupuychaffray et al., JCI Insight. 2025

BOK-Verlust offenbart eine therapeutische Achillesferse beim Lungenkrebs

Die Arbeiten der Kaufmann-Gruppe beschreiben eine bislang nicht erkannte Verwundbarkeit des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms, die mit dem Verlust des Proteins BOK aus der BCL-2-Familie zusammenhängt. Die Untersuchungen zeigen, dass eine reduzierte BOK-Expression den zellulären Uridinstoffwechsel stört und dadurch anhaltende, niedriggradige DNA-Schäden begünstigt. Liegt zusätzlich eine Inaktivierung von p53 vor – eines Tumorsuppressors, der bei Lungenkrebs besonders häufig mutiert ist –, werden die Tumorzellen in starkem Maße von ATR-abhängigen DNA-Reparaturmechanismen abhängig, um ihr Überleben zu sichern. Durch den Einsatz des ATR-Inhibitors Ceralasertib konnte in diesem Kontext eine synthetisch letale Wechselwirkung nachgewiesen werden, die selektiv in BOK- und p53-defizienten Zellen auftritt. Insgesamt legen diese Ergebnisse nahe, dass eine verminderte BOK-Expression als funktioneller Biomarker geeignet sein könnte, um den gezielten Einsatz ATR-gerichteter Therapien bei p53-mutierten Lungentumoren zu unterstützen.

Gewinner Novartis FreeNovation 2025

Als Auszeichnung für innovative Forschung erhalten Prof. Stephan von Gunten und Nachwuchswissenschaftler Lukas Mürner vom Institut für Pharmakologie der Universität Bern Forschungsförderung durch das FreeNovation 2025-Programm der Novartis Forschungsstiftung. FreeNovation soll unkonventionelles Denken fördern und die Attraktivität des Forschungsstandorts Schweiz weiter stärken. Das unterstützte Projekt widmet sich der Erforschung komplexer Zuckerstrukturen (Glykane) auf der Oberfläche von Pankreaskrebszellen, welche eine entscheidende Rolle spielen bei zentralen biologischen Prozessen wie Tumorwachstum, Metastasierung und der Umgehung immunologischer Abwehrmechanismen. Trotz ihres vielversprechenden diagnostischen und therapeutischen Potenzials entziehen sich diese strukturell vielfältigen Kohlenhydrate bislang einer umfassenden Analyse mit den derzeit verfügbaren Methoden. Durch den Einsatz modernster Technologien in Kombination mit innovativen Screening-Strategien und neuartigen Verfahren zur Herstellung glykanspezifischer Reagenzien soll nun ein tiefergehender Zugang zur funktionellen und biologischen Bedeutung dieser Zuckerstrukturen ermöglicht werden. Diese bislang unerreichte analytische Tiefe verspricht nicht nur ein erweitertes Verständnis der molekularen Eigenschaften von Pankreastumoren, sondern auch die Entwicklung neuer diagnostischer Standards sowie die Identifikation potenzieller therapeutischer Angriffspunkte